AUFSTIEGSREFORM? VEREINE & FANS BETROGEN!

Der Ball rollt wieder. Zwei Regionalligen starten. Anfang August ist die vierte Liga

dann komplett im Modus und auch die Zweit- und Drittligisten wieder auf

Punktejagd. Es folgt der Pokal und das Oberhaus.


Was alle Vereine unabhängig der aktuellen Ligenzugehörigkeit verbindet? Die

Verbände, welche die Regeln vorgeben! So weit, so logisch. Aber längst nicht mehr

gut…


Der jüngste Skandal um die lang ersehnte Aufstiegsreform beweist beispielhaft, dass

die Fußballverbände längst vergessen haben, welche Interessen sie vertreten. Es geht

ganz offensichtlich nicht mehr um den Willen der Vereine, ihrer Sportler und

Mitglieder, sondern um Besitz- und Machtansprüche.


Vor knapp einem Monat stimmten Klubs von der 3. Liga bis zur Oberliga über eine

überfällige Reform der Regionalligen ab. Auf dem Tisch lag das Ergebnis einer vom

DFB eingesetzten Arbeitsgruppe: zwei mögliche Modelle.

Wenige Tage vor der Abstimmung offenbarte eine undichte Stelle, dass die fünf

Regionalverbände (u.a. der NOFV) heimlich, still und beschämend zentrale Elemente

an den Modellen und am Abstimmungsverfahren änderten - ohne transparente

Kommunikation zu keinem Zeitpunkt. Kurzform: 18 statt 20 Teams in den neu

geschaffenen Ligen und eine Abkehr von der bundesweiten Mehrheitsfindung hin

zum Vetorecht für einzelne Regionen. Die Vereine und Fankurven liefen kurzfristig

Sturm, jedoch gelang der bodenlose Schachzug der Regionalfürsten: die

argumentative und auf einem fair ausgehandelten Kompassmodell fokussierte

Geschlossenheit der Vereine wurde durch aufkommende Ängste geschwächt.


Viel zu lange litten die Regionalligisten unter dem Opportunismus der

Verbandsfunktionäre, ließen sich gegeneinander ausspielen und letztlich betrügen.

Der Reformwille ist geheuchelt, der letzte Funke Vertrauen meilenweit ins Abseits

gestellt. Der deutsche Fußball braucht strukturelle und personelle Veränderungen.

Die Chancen stehen gut, denn der Zusammenhalt der Vereine und Fans wird immer

stärker und der Druck auf die Verantwortlichen wächst.


Liebe Fans, wir haben spätestens jetzt einen Punkt erreicht, an welchem Köpfe rollen

müssen. Die Regionalverbände haben ihre Maske abgelegt und der korrupte DFB

scheint den Gebären seiner Vizepräsidenten nichts Ehrliches entgegen zu setzen. Der

Start der neuen Saison wird ungemütlich. Es geht um mehr als einen sportlich

erfolgreichen Start in die Spielzeit - es geht um Fairness, Authentizität und

konsequente personelle und ideelle Veränderungen im Fußball. Der Protest der

Vereine und ihrer Anhänger wird in die Stadien getragen und die Solidarität zunächst

nur mittelbar betroffener Clubs ist dabei spürbar.


Wir bitten in diesem Zusammenhang um euer Verständnis und eure Solidarität für

die anstehenden Protestaktionen und freuen uns über jede Unterstützung. Wir

versprechen Angemessenheit, aber definitiv spürbare Aktionen und freuen uns in

den kommenden Wochen über Unterstützung aus allen Stadionbereichen.



FÜR EINEN BESSEREN FUSSBALL!



 ULTRAS LOK LEIPZIG

 SAALEFRONT ULTRAS – HFC Chemie

 FANSZENE BFC DYNAMO

 SÜDKURVE CHEMNITZ

 ULTRAS SV BABELSBERG 03

 BADKURVE PLAUEN

 FANSZENE HERTHA BSC

 ULTIMA RAKA 2002 & ULTRAS ENERGIE & CBR02 – Energie Cottbus

 Fankurve E5 Zwickau

 STEIGERWALDKURVE ERFURT

 Fanszene des F.C. Hansa Rostock

 BLOCK U - 1. FC MAGDEBURG

 Wuhlesyndikat 2002 – 1. FC Union Berlin

 SÜDKURVE JENA

 Fanszene der SG Dynamo Dresden

 Westkurve 1860 München

 Nordkurve Nürnberg

 Südkurve München

 Gegengerade Bayreuth

 Fanszene Schweinfurt

 Südtribüne Unterhaching

 Südtribüne Ingolstadt

•Nordtribüne Fürth

 Fanszene Würzburger Kickers

 Stehplatz Mitte - SC Fortuna Köln

 Curva Clock - FC Gütersloh

 Fanszene Siegen - Sportfreunde Siegen

 Fiffi Gerritzen Kurve - SC Preußen Münster

 Fanszene Lippstadt - SV Lippstadt

 Fanszene Paderborn

 Kohorte / Proud Generation – MSV Duisburg

 Syndikat Ultras Wattenscheid

 Willi Pott Tribüne – Rot Weiss Ahlen

 Block A – Bonn

 Ultrà-Szene – BTSV Eintracht 1895

 Violet Crew Osnabrück

 Ultra Szene Wolfsburg

 Block 5 Emden

 Fanszene Göttingen

 Compagno Ultras / New Connection Ultras / Block 501 e.V. – Holstein Kiel

 Gegengerade Bremer SV

 Succade Ultra Oldenburg / Blue Flames Ultras – VfB Oldenburg

 Nordtribüne Hamburg

 Szene Meppen

 Virage Est Saarbrücken

 Südtribüne Darmstadt

 Fanatico Boys + Unitas Aquileiae - Heidenheim



24.07.2026



Eure Spielchen mit Reformen - nicht mit uns

Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer gemeinsamen Reform der Regionalligen gesprochen. Vereine investierten Zeit, Energie und Vertrauen in einen eigens initiierten Prozess, der endlich zu einer fairen und tragfähigen Lösung führen sollte. In dieser Form in seiner Ausgestaltung und Professionalität beispiellos im europäischen Fußball.

Nun - kurz vor der finalen Abstimmung der Vereine - zeigt sich, was die Verlautbarungen der Regionalverbände tatsächlich wert sind. Sie gipfeln in einer Situation, die uns als Fans der betroffenen, aber auch der aktuell und perspektivisch nicht betroffenen Vereine noch wütender macht. Nicht nur kritischen Fans wird jetzt endgültig klar, dass die Verbände *nicht* im Sinne ihrer Mitgliedsvereine agieren, sondern ganz eigene Ziele verfolgen. Was FIFA und Co. auf der großen Bühne vormachen, spielen die Regionalverbände nach.

Der erste Kritikpunkt: Aus dem gemeinsam erarbeiteten Kompassmodell mit vier 20er-Staffeln sollen plötzlich 18er-Staffeln werden. Dabei waren die zusätzlichen Heimspiele einer der größten sportlichen und wirtschaftlichen Vorteile des Modells. Wer diesen zentralen Baustein wenige Tage vor der Abstimmung streicht, entwertet nicht nur monatelange Arbeit – sondern nimmt den Vereinen einen entscheidenden Mehrwert, den sie längst in ihre Überlegungen einbezogen hatten.

Der zweite Kritikpunkt: Eine bundesweite Mehrheit der Vereine - basierend auf monatelangem Austausch und Bewerten von Argumenten - soll nun nicht mehr ausreichen. Stattdessen soll jede der fünf Regionen eine eigene interne Mehrheit erreichen, um Zustimmung geben zu können. Aus einem demokratischen Mehrheitsprinzip einer bundesweiten Thematik wird damit faktisch ein Vetorecht einzelner Verbände. Wer Mehrheiten aushebelt, stärkt keine Demokratie – sondern zementiert bestehende, ungerechtfertigte und ebenso reformbedürftige Machtverhältnisse.

Noch schwerer wiegt jedoch die Art und Weise. Ausgerechnet in dem Moment, in dem sich Vereine bundesweit zusammengeschlossen, vernetzt und erstmals mit einer gemeinsamen Stimme für eine Reform eingesetzt haben, werden kurz vor der Abstimmung die Spielregeln verändert. Das wirkt nicht wie der Versuch, einen besseren Kompromiss zu finden. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass genau diese Geschlossenheit unterlaufen werden soll. Wer monatelang Beteiligung einfordert, um anschließend im entscheidenden Moment hinter den Kulissen die Grundlagen zu verändern, verspielt jedes Vertrauen in einen fairen Prozess.

Der Widerstand ist die logische Konsequenz. Nicht nur von den unmittelbar betroffenen Fans, sondern von allen, denen an einem glaubwürdigen und basisorientierten Fußball gelegen ist. Wer heute schweigt und diesen miesen Schachzug akzeptiert, der billigt gleichzeitig, dass Verbände ihre eigenen Machtinteressen über die Interessen der Vereine stellen. Diese Form der Verbandsarbeit hat den Fußball lange genug ausgebremst. Es ist Zeit, ihr entschlossen entgegenzutreten und deutlich zu machen: Reformen müssen von den Vereinen getragen werden – nicht gegen sie.

Wir rufen die Vereinsvertreter dazu auf, mit Geschlossenheit und breiter Brust aufzutreten und die anstehende Abstimmung unter diesen Umständen nicht durchzuführen.

Die Verbände dürfen sich sicher sein, dass es keinen Weg mehr an einer grundhaften Veränderung ihrer Ausrichtung und Politik vorbei gibt. Wir werden nicht locker lassen - ihr habt es nicht anders verdient.

Fanszenen Deutschlands im Juni 2026

34. Spieltag Wuppertaler SV - Bonner SC

Und dann stand auch schon das letzte Spiel der Saison an. Mit dem Stadion am Zoo wartete zudem ein altehrwürdiger Ground. Dessen riesiger Auswärtsblock bot jedoch alles andere als ideale Voraussetzungen für eine kleine Fanszene. Trotz des Versuchs, den Auswärtsfahrerhaufen kompakt zu sammeln, wirkte man schlicht verloren. Der Support erfolgte ebenfalls mehr schlecht als recht und der ein oder andere sah sich wohl schon in der Sommerpause. Passend dazu bot die Mannschaft auf dem Platz bestenfalls einen lauen Sommerkick, konnte das Spiel aber trotz dessen mit einem einzigen Torschuss für sich entscheiden.






33. Spieltag Bonner SC - Sportfreunde Lotte

Im letzten Heimspiel der Saison musste man die zweite Niederlage gegen die Sportfreunde aus Lotte hinnehmen. Obwohl das Spiel allerlei Chancen bot, scheiterte unsere Mannachaft heute mehr als einmal vor dem Tor an sich selbst. Angesichts des gesicherten Klassenerhalts war das Ergebnis allerdings ohnehin heute nebensächlich. So stand das Spiel im Zeichen des Abschieds mehrerer verdienter Spieler unseres Vereins. Als Dank für ihren Einsatz für unsere Farben und der Mithilfe an der Rückkehr des Bonner SC in die vierte Liga, wurde ihnen einen ordnungsgemäßer Abschied beschert.






32. Spieltag Sportfreunde Siegen - Bonner SC

Das vorletzte Auswärtsspiel der Saison hielt mit dem Leimbachstadion in Siegen nochmal einen echten Leckerbissen für jeden Stadionromantiker bereit. Auf den altehrwürdigen Stufen des Gästeblockes gab der einheitlich in blau gekleidete Gästeblock optisch ein geschlossenes Bild ab. In Sachen akustischem Support musste der drückenden Hitze Tribut gezahlt werden. Motiviert durch einen umkämpften Auswärtssieg herrschte dennoch eine ausgelassene Stimmung und so fuhr man mit bester Laune und drei Punkten im Gepäck zurück in unsere wunderschöne Ex-Hauptstadt.









Stellungnahme: Unverhältnismäßger Polizeieinsatz


Die Regionalliga-Saison 25/26 neigt sich dem Ende zu, und aus Bonner Sicht kann man angesichts des frühzeitigen Klassenerhalts sowie des Erreichens des Halbfinals des Mittelrheinpokals unter sportlichen Gesichtspunkten auf eine gelungene Spielzeit zurückblicken. Auch das Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Oberhausen markierte sowohl auf dem Rasen als auch im Block A einen gelungenen Dienstagabend. Dieser Eindruck wurde allerdings nach dem Spiel durch eine uns bisher unbekannte Form der Polizeiwillkür erheblich getrübt. Natürlich liest man Woche für Woche mit einer Mischung aus Frustration und Wut Berichte über immer neue Eskalationen von Seiten der Staatsmacht. Was es aber wirklich bedeutet, einer gewaltbereiten, aggressiven und vollkommen bewusst rechtswidrig agierenden Truppe Bundespolizisten ausgesetzt zu sein, versteht man wohl erst, wenn man selbst in eine derartige Situation gerät. Aber was ist überhaupt passiert?

Als Intro zum Spiel gegen Oberhausen zeigte unsere Jugendgruppe eine gelungene Choreo, die von etwas Rauch und dem kontrollierten Abbrennen einiger Fackeln untermalt wurde. So weit, so unspektakulär. Insbesondere verzog sich der Rauch recht zügig, sodass es zu keinerlei Beschwerden über Beeinträchtigungen des körperlichen Wohlbefindens kam. Dennoch sollte diese Aktion im Nachhinein als Rechtfertigung für schwerwiegende Grundrechtseingriffe dienen. Nach dem Spiel gingen wir geschlossen zu unseren Autos, um unser Material abzutransportieren. Bereits auf dem Weg bemerkten wir die enorme Anzahl an Polizisten, die uns begleitete. Ließ sich dies zunächst noch mit dem abreisenden Gästeanhang begründen, stellte man wenig später fest, dass es sich keinesfalls um eine präventive Schutzmaßnahme, sondern um die Vorbereitung für eine von uns als Gruppe noch nie erlebte Form des polizeilichen Machtmissbrauchs handelte. So bauten sich mehrere Reihen behelmter Staatsdiener vor uns und unseren Autos auf und verweigerten diesen die Weiterfahrt. Es wurde eine „polizeiliche Maßnahme“ angekündigt. So weit, so schlecht. Wie diese Maßnahme dann durchgeführt wurde, lässt uns auch Tage später sprachlos zurück. Nachdem zunächst eine Reihe von Beleidigungen und Provokationen aus den Reihen der Exekutive losgelassen wurde, wurde zügig die Kamera gezückt, um die erwünschte Reaktion der Fans aufzunehmen und für die Rechtfertigung weiterer Maßnahmen heranziehen zu können. Enttäuscht musste man aber feststellen, dass die Anwesenden schlau genug waren, nicht auf eine derart billige und bekannte Taktik hereinzufallen. Wohl auf der Suche nach Speicherkarten, die der Identifizierung der Pyrotechnik zündenden Fans dienen sollten, zog man unseren Fotografen sowie den Fahrer eines unserer Autos unter Anwendung von Gewalt aus der Gruppe.

Zunächst sollte es unserem Fahrer an den Kragen gehen. Ohne Einwilligung und ohne richterlichen Beschluss wurde das Auto durchsucht. Der Begriff der Durchsuchung ist hier eigentlich schon fehl am Platz. Gefunden wurde nämlich absolut gar nichts. Stattdessen ging man derart aggressiv vor, dass mehrere Schrammen und Beulen an dem betroffenen Fahrzeug zurückblieben. Doch hierbei allein sollte es nicht bleiben. In der Folge wurden beide Mitglieder unserer Fanszene zu entwürdigenden Nacktkontrollen gezwungen – ein schwerwiegender Eingriff in die Intimsphäre, der nur in absoluten Ausnahmefällen zu rechtfertigen ist. Beide Personen wurden gezwungen, sich vollständig (!) zu entkleiden. Als der restliche Teil der Gruppe hiervon Kenntnis erlangte und lautstark auf die Einhaltung geltenden Rechts verwies, wurde jedweder Einwand mit der Androhung von Gewalt oder einem süffisanten Lächeln und dem Verweis an einen nicht anwesenden Vorgesetzten beantwortet. Den handelnden Beamten war zu diesem Zeitpunkt also völlig bewusst jedenfalls gleichgültig, dass ihr Handeln evident rechtswidrig ist. Mit dem Gewaltmonopol in den Händen nahm man das aber gelassen in Kauf. Erst nach über einer Stunde wurde der Einsatz für beendet erklärt.

Die Bilanz: Keine Sicherstellung irgendeines Beweismittels, ein willkürlich beschädigtes Auto, zwei Nacktkontrollen und mehr als 50 Personen, die grundlos für über eine Stunde an der Heimfahrt an einem Dienstagabend gehindert wurden. Nimmt man noch einmal in den Blick, dass der Anlass im kontrollierten Abbrennen von Pyrotechnik ohne Geschädigte lag, ist die Frage nach der Verhältnismäßigkeit nicht ernsthaft mehr zu stellen. Was bleibt, ist vielmehr die Frage nach den Konsequenzen für den verantwortlichen Einsatzleiter und danach, wie ein derartiger Machtmissbrauch durch die Polizei in Zukunft verhindert werden kann. Wenn sich die Politik schon der Sicherheit im und um das Stadion verschreibt, dann sollte sie auch die Aggressoren auf Seiten der Staatsmacht klar benennen und nicht mit Scheuklappen vor den Augen umherirren. 


20. Spieltag Bonner SC - Rot-Weiß Oberhausen

Im vorletzten Heimspiel der Saison durfte man mit Rot Weiss Oberhausen noch einmal einen attraktiven Gegner im Sportpark Nord empfangen. Die Terminierung auf einen Dienstagabend sorgte allerdings dafür, dass der ganz große Zuschauerandrang ausblieb. Schade eigentlich, die Mannschaft hätte sich das durchaus verdient. Im Block A sorgte die Allegro Jugend mit ihrer ersten selbst organisierten und durchgeführten Choreo für ein anschauliches Intro. Die Stimmung blieb anschließend über 90 Minuten zufriedenstellend. Auch auf dem Platz wurde eine starke Leistung gezeigt und man hatte den Tabellenzweiten zeitweise gar am Rande einer Niederlage. Alles in allem ein gelungener Abend, der allerdings durch einen unverhältnismäßigen Polizeieinsatz nach Ende der Partie getrübt wurde.